Entfernung der Harnblase (Zystektomie)

Zystektomie bezeichnet die operative Entfernung der Harnblase. Grundsätzlich wird zwischen einer einfachen (simplen) und radikalen Harnblasenentfernung unterschieden. Bei einer simplen Zystektomie erfolgt die Entfernung der Harnblase aufgrund einer gutartigen Erkrankungen (beispielsweise neurogene Funktionsstörung), bei der radikalen Zystektomie erfolgt die Entfernung im Rahmen einer Krebserkrankung.

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    Beschreibung

    Nach einer Zystektomie muss eine neue Möglichkeit geschaffen werden, den Urin zu sammeln und auszuscheiden. Dafür stehen verschiedene Formen der Harnableitung zur Verfügung, wovon zwei zentrale Formen zur Verfügung stehen:

    Neoblase (Ersatzblase)

    Bei dieser Methode wird aus einem Abschnitt des Dünndarms ein neues Reservoir geformt. Hier wird der Urin im Körper gespeichert, und die Entleerung erfolgt über die Harnröhre. Dadurch bleibt die natürliche Ausscheidungsfunktion weitgehend erhalten, was vielen Betroffenen einen vergleichsweise normalen Alltag ermöglicht. Das Fassungsvermögen der Ersatzblase ist in der Anfangszeit limitiert, so dass die Entleerung der Harnblase am Anfang alle zwei, und dann mit der Zeit, alle vier Stunden erfolgen muss (auch nachts). Aufgrund der grösseren Resorptionsfläche der ilealen Ersatzblase bestehen gewisse metabolische Risiken, so dass eine entsprechende präoperative Abklärung vonnöten ist.

    Ileum-Conduit (Darmableitung mit Stoma)

    Hier wird ein Stück Dünndarm verwendet, um den Urin über eine künstliche Öffnung (Stoma) nach aussen abzuleiten. Der Urin wird in einem Beutel auf der Aussenseite des Körpers gesammelt. Diese Form der Harnableitung kommt zum Einsatz, wenn eine Neoblase nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. Vorteil dieser Harnableitung ist die vergleichsweise einfache Handhabung, sowie das geringe Risiko von metabolischen Komplikationen.

    • Neoblase (Ersatzblase)

    • Ileum-Conduit (Darmableitung mit Stoma)

    Urostoma - Was ist das und wie lebt es sich damit? Dieser Informationsfilm vermittelt, was ein Urostoma ist und wie der Alltag damit gestaltet werden kann. Er zeigt, dass ein künstlicher Blasenausgang den Alltag nur wenig einschränkt und Betroffene weiterhin arbeiten, Sport treiben und Hobbys nachgehen können. Der Film soll sachlich über das Thema informieren, Fragen klären und dazu ermutigen, sich bei individuellen Anliegen an Fachkräfte wie Stomatherapeutinnen zu wenden.

    Kontakt

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    Krankheitsbilder

    Krankheitsbilder

    Diese Behandlungsmethode kann bei folgenden Krankheitsbildern in Betracht gezogen werden.

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